Unser Paddock Trail - Umsetzung und Erfahrungen

 

Anfang des Jahres 2012 wurden wir auf das Paddock Trail Konzept aufmerksam und waren sofort davon begeistert. Wir wussten seit dem Moment, dass wir diese naturnahe Haltungsform auch für unsere Pferde umsetzen wollen. Nach einiger Zeit der Planung konnten wir bereits einige Ansätze des Paddock Trail Konzeptes umsetzen.

 

An unseren bisherigen Offenstall mit befestigtem Paddock schließt sich ein mittlerweile 750 m langer Track an, auf dem sich zahlreiche Futterstellen, Aussichts- und Ruheplätze, Baumstämme und Sträucher zum Knabbern befinden. Außerdem haben sich die Pferde über einen Sandwälzplatz gefreut.

 

Schon nach den ersten Tagen auf dem Paddock Trail sind unsere Pferde wesentlich ausgeglichener und machen einen sehr zufrieden Eindruck. Durch die verschiedenen Stationen auf dem Trail werden die Pferde zu natürlicher Bewegung animiert und sind auch in den Monaten ohne Weide sehr entspannt.

Unser bisheriger Offenstall

 

Unsere Pferde lebten bisher in einer "normalen" Offenstallhaltung, mit Unterstand, ca. 20 m x 60 m großem Paddock, 2x täglich Heu aus engmaschigen Netzen, Strohraufe und frostfreier Balltränke. Einen Teil des Paddock haben wir mit Paddockmatten ausgelegt, damit die Pferde auch bei schlechterem Wetter auf dem Trockenen stehen. In den Weidemonaten stand ihnen zusätzlich die 1,2 ha große Weidefläche zur Verfügung. Diese war in sechs Portionskoppeln unterteilt und über einen Treibgang zu erreichen.

Obwohl wir die Heunetze entfernt vom Wasser aufhängten, merkten wir schnell, dass sich die Pferde, vor allem in den Monaten ohne Weide, nicht ausreichend bewegten. Um unsere Pferde zu mehr Bewegung zu animieren nutzten wir also einen Teil des Treibganges und hängten die Heunetze auf dem oberen Teil des Ganges auf. Die Pferde mussten jetzt 100 m mehr zwischen Heu und Wasser zurücklegen. Leider hatten wir die Rechnung ohne unser kleines freches Pony Kora gemacht. Als nun rangniedrigere Pferde in die Herde kamen, trieb Kora sie ständig in die durch den Treibgang entstandene Sackgasse. Diese Änderung brachte zwar mehr Bewegung, aber auch viel Unruhe in die Herde.

 

Zu dieser Zeit wurden wir auf das Paddock Trail Konzept mit seinen unendlichen Wegen aufmerksam und planten seitdem unseren eigenen Paddock Trail.


Unser Paddock Trail

 

Im November 2012 haben wir mit dem Bau unseres Paddock Trail begonnen. Als erstes haben wir den bereits vorhandenen Mittelgang, über den die Pferde ursprünglich die einzelnen Koppeln erreichen konnten, in die Gestaltung des Trail mit einbezogen und erweitert. Ein 4 m breiter Weg führte jetzt angrenzend an diesen Mittelgang um einen Teil der Koppeln herum. 

 

Für Bewegung und Abwechslung auf dem Track sorgen viele Fressplätze, ein Sandwälzplatz, Steigung und Gefälle, ein paar Sträucher zum knabbern und mittlerweile auch eine Wasserfurt.

 

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit diesem Konzept haben wir im Sommer unseren bisher 500 m langen Trail auf 750 m erweitert. Dieser verläuft jetzt um die gesamte Weidefläche herum und schließt einen Wall zum Klettern am Ende der Koppel mit ein.

 

Unser Paddock Trail
Luftaufnahme Paddock Trail

 

Fütterung

 

Pferde sind Dauerfresser - für eine gesunde Darmflora muss kontinuierlich Raufutter zur Verfügung stehen. Damit die Pferde nicht zu viel fressen sollte die Futteraufnahme jedoch am besten durch engmaschige Netzte erschwert werden.

 

Für die Heufütterung hatten wir am Anfang drei Großraumnetze und mehrere kleine engmaschige Heunetze auf dem Track verteilt, die einmal täglich aufgefüllt wurden.

Zur Reduzierung des Arbeitsaufwandes haben wir unsere Heunetze mittlerweile durch vier überdachte Raufen ersetzt, in denen jeweils ein großer Quader Heu Platz hat. Diese befüllen wir alle vier bis sechs Wochen. Das Heu wird mit einem engmaschigem Netz abgedeckt (3,5 bis 4,5 cm Maschenweite), welches in einem Metallrahmen eingespannt ist und mit nach unten wandert, wenn die Pferde das Heu fressen.

Den Pferden steht 24 Stunden Heu zur Verfügung, sie müssen sich ihr Heu erarbeiten und sind somit den ganzen Tag beschäftigt. Außerdem wandern sie viel zwischen den Futterplätzen hin und her, denn an den anderen Raufen könnte das Heu ja besser schmecken.

Auch unsere rangniedrigen Pferde können jetzt entspannt fressen und unser Pony Kora ist ebenfalls beschäftigt. Sie treibt ihre Artgenossen von einem zum anderen Fressplatz - immer im Kreis - ohne Sackgassen geht es einfach sehr viel harmonischer zu.

Um den Pferden auch das gemeinsame Fressen zu ermöglichen haben wir im unteren Paddockbereich am Stall eine große Raufe mit Stroh aufgestellt, an der alle Platz haben.

Die Fütterung von Kraftfutter erfolgt bei uns aus umgehängten Eimern. 

Das hat den Vorteil, dass die Pferde mit dem Eimer samt Futter weggehen können, wenn sie von einem anderen Pferd bedrängt werden. Sie haben allerdings auch schnell gelernt, dass es keinen Sinn hat einem anderen Pferd das Futter wegnehmen zu wollen und fressen alle in Ruhe.

Einige Pferde, die etwas länger zum fressen brauchen füttern wir im Stall. Dann können die Anderen schon wieder weiter wandern und brauchen nicht auf die Nachzügler zu warten.

Sandwälz- und Ruheplätze

 

Der erste von drei Sandplätzen ist im unteren Bereich des Paddocks entstanden und wurde von den Pferden sehr gut angenommen. Man sieht sie hier oft gemütlich ruhen oder auch einfach mal ein Sandbad nehmen.

Da Pferde gerne alles im Blick haben, sind zwei weitere Sandplätze auf dem etwas höher gelegenen Teil des Paddock Trails entstanden und dienen gleichzeitig als Aussichtsplätze.

Wir haben uns für mehrere solcher Sandwälzplätze auf dem Track entschieden, damit die Pferde nicht in Versuchung kommen sich auf den Laufwegen zu wälzen.

In den nächsten Wochen werden wir die Laufwege und Fressplätze weiter befestigen, weitere Aussichts- und Ruheplätze und noch mehr Bewegungsanreize schaffen.

 

Wir haben noch viele Ideen, die wir nach und nach umsetzen wollen.